Markus Jehle
Auf Sand gebaut
(Saturn Konjunktion Neptun in Widder am 20. Februar 2026)
Die ersten Wochen des Jahres 2026 sind zunächst geprägt von Verwirrung und Unsicherheit. Wir wissen nicht wirklich, woran wir sind und worauf wir bauen und uns verlassen können. Die Faktenlage ist unklar, und es werden immer wieder Regeln hintergangen und getroffene Vereinbarungen außer Kraft gesetzt. Wir machen uns viele Illusionen, so dass Wunsch und Wirklichkeit kaum noch voneinander zu unterscheiden sind. Daher müssen wir uns stets fragen, was echt ist und inwieweit wir uns und anderen etwas vorzumachen versuchen. Wo getäuscht wird, sind Enttäuschungen vorprogrammiert.
Es ist die Sogwirkung unerfüllter Wunschwelten, die uns in unseren Sehnsüchten und den daraus resultierenden Blasen gefangen hält. Sobald diese Blasen platzen, werden wir jäh aus unserem Träumen gerissen und mit Tatsachen konfrontiert, von denen wir glaubten, sie ignorieren zu können. Nüchternheit ist der Schlüssel, um innerlich Halt zu finden, angesichts des schwankenden Bodens, auf dem wir uns bewegen und der Unsicherheiten, die entstehen, wenn Grenzen verschwimmen und Gewissheiten nicht mehr tragen.
In schöpferischer Hinsicht werden wir von der Muse geküsst wie nur selten zuvor. Auch wenn es Mut und Anstrengung erfordert, gelingt es uns besser denn je, unseren inneren Bildern und Visionen Ausdruck und Form zu geben.
Frei von Besitz
(Uranus in Stier bis 26. April 2026)
Wir werden uns eingestehen müssen, dass Geld kein Genussmittel ist und unsere Werte sich womöglich in die falsche Richtung verschoben haben. Vielleicht waren wir auch zu gierig und sind zu hohe Risiken eingegangen, für die wir nun mit Verlusten zu bezahlen haben. Uns innerlich frei von Besitzdenken zu machen, hilft uns dabei, uns aus Anhaftungen zu lösen, die uns belasten und uns das Leben unnötig erschweren.
Trost und Zuversicht
(Jupiter in Krebs bis 30. Juni 2026)
Was uns in der ersten Jahreshälfte 2026 immer wieder nahekommt ist der Wunsch nach Schutz und Geborgenheit. Wir stehen vor der Frage, wie wir unser Einfühlungsvermögen stärken und unsere Zuversicht nähren können. Mehr als sonst sind wir nostalgisch gestimmt und schwelgen gerne in schönen Erinnerungen. Bisweilen sind wir auch zu gutmütig und überfürsorglich im Umgang mit uns nahestehenden Menschen. Da unser emotionales Wohlbefinden hoch im Kurs steht, benötigen wir wirksame Strategien, die uns über Kränkungen hinwegtrösten und unseren Optimismus stärken. Auch wenn es uns manchmal guttut, unseren Gefühlen freien Lauf zu lassen, fällt der daraus resultierende Erkenntnisgewinn eher bescheiden aus.
Die Freiheit der Gedanken
(Uranus in Zwillinge ab 26. April)
Was uns bislang undenkbar schien, ist in manchen Bereichen längst Wirklichkeit. Wie frei und klug unsere Gedanken tatsächlich sind, dass weiß unser KI-Assistent zunehmend besser als wir selbst. Oder machen unser Denken und unser Sprechen doch noch einen signifikanten Unterschied zum Papageiengeplapper der vorausberechneten Wortsilbenwahrscheinlichkeiten, die unsere KI ausspuckt? Unsere Originalität und Authentizität sind gefordert, um mehr präsent zu sein und nicht fortwährend die Muster und Gedanken aus unserer Vergangenheit künstlich am Leben zu erhalten. Was zählt, sind Ideen, die zünden und Perspektiven, die anders und erfrischend sind. Umdenken ist angesagt, und es gilt Lösungen zu finden, die, auch wenn sie zunächst paradox anmuten, sich dennoch als plausibel und logisch erweisen. Wir dürfen nicht unsere Standpunkte verraten, bloß weil sie unbequem und angeblich aus der Zeit gefallen sind.
Die Weitergabe des Feuers
(Löwe-Jupiter zunehmendes Trigon Widder-Neptun am 20. Juli 2026)
Welche Ziele die richtigen sind, um neu durchzustarten, das tritt im Sommer 2026 deutlich zutage. Wir strotzen vor Selbstbewusstsein und wollen hoch hinaus. Es braucht nicht viel, um unserer Fantasie freien Lauf zu lassen und weitreichende Pläne zu schmieden. Wir brennen für unsere Wünsche, und wenn wir es damit übertreiben, dann verbrennen wir uns auch daran. Es gilt unser Ego auf spirituelle Werte auszurichten und uns Ziele zu setzen, die im Rahmen unserer Möglichkeiten liegen und nicht nur uns, sondern auch dem Gemeinwohl dienlich sind. Unser Pioniergeist verleiht uns Kraft, und unsere Authentizität stärkt unsere Glaubwürdigkeit und wirkt ansteckend auf andere. Was wollen wir mehr?
Erwachen aus dem Traum
(Zwillinge-Uranus zunehmendes Sextil widder-Neptun am 15. Juli 2026).
Aus welchem Geist heraus handeln wir? Was inspiriert uns und weckt unsere Schöpferkraft? welche Ideen und Gedanken verleihen unserer Seele Flügel? Von unseren Antworten auf diese Fragen hängt es ab, wie gut es uns gelingen wird, in unserem Leben ein neues Kapitel aufzuschlagen und uns langersehnte Wünsche zu erfüllen.
Wir sehnen uns danach, kühne Ideen und Pläne zu schmieden und befreit durchzustarten. Doch um entsprechend voranzukommen, müssen wir viele Vorhaben neu und anders denken. Mit faulen Tricks Hhandlungsbereitschaft vorzutäuschen und so zu tun als ob, wird uns keine nachhaltigen Vorteile verschaffen. Wir müssen pfiffig sein und schnell, und unseren Worten müssen Taten folgen, damit innerer Frieden einkehrt und wir nicht länger vergeblich vor uns hin kämpfen.
Besitz macht verwundbar
(Chiron in Stier vom 19. Juni 2026 bis 18. Sept. 2026)
Im Laufe des Jahres machen uns immer wieder schmerzhafte materielle Verlusterfahrungen zu schaffen. Es stellt sich uns die Frage, warum wir unser Eigentum nicht schützen und unsere Werte nicht bewahren können. Womöglich werden wir auch aus angestammten Revieren vertrieben, die uns bislang als stabil und sicher erschienen sind. Warum wir das Feld räumen müssen, hat viel mit innerer Unsicherheit und Selbstwertzweifeln zu tun.
In körperlicher Hinsicht wird uns aufgezeigt, welche Form von Genuss uns schadet. Es gilt zu erkennen, was unsere körperlichen Heilkräfte schwächt und wie wir sie stattdessen stärken können. Dabei spielen auch Fragen nach der richtigen Ernährung eine entscheidende Rolle. Unser Körper heilt sich selbst, und wo dies nicht möglich ist, müssen wir lernen, mit unseren Wunden und Handicaps zu leben.
Das Wichtigste zuerst
(Löwe-Jupiter zunehmendes Trigon Widder-Saturn am 1. September 2026)
Im Herbst 2026 sind vor allem Entschlossenheit und Mut gefordert, um über Anlaufschwierigkeiten hinwegzukommen und gute Fortschritte erzielen. Wir erkennen zunehmend besser, was im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt und wovon wir uns zu viel versprochen und unsere Fähigkeiten und Kapazitäten überschätzt haben. Hindernisse und Widrigkeiten können uns dabei unterstützen, das richtige Maß für uns zu finden und unsere Kräfte zu bündeln und auf diejenigen Ziele auszurichten, die uns am meisten am Herzen liegen. Es ist unser Glaube an uns selbst, der uns den Rücken stärkt und es uns ermöglicht, mehr zu erreichen als wir uns zunächst zugetraut haben. Indem wir unsere Prioritäten richtig setzen, können wir es vermeiden, uns in ausweglose Situationen zu verbeißen und stattdessen nachhaltige Erfolge erzielen.
Die Machtverhältnisse stehen Kopf
Zwillinge-Uranus zunehmendes Trigon Wassermann-Pluto am 18. Juli und 29. November 2026)
Wo es uns nicht gelingt, freiwillig umzudenken, werden wir durch äußere Umstände dazu gezwungen. Was auch immer unsere Flexibilität herausfordert, das Chaos hält uns wach. Doch solange es uns an klugen Strategien mangelt, die Dinge in den Griff zu bekommen, werden wir die Zukunft eher fürchten statt sie als Chance zu begreifen, uns aus alten Mustern und Fixierungen zu lösen und anstehende Erneuerungen aktiv mitzugestalten.
Was uns die Freiheit nimmt, kann schwerwiegende Machtkonflikte nach sich ziehen. Wir müssen unser Recht auf Selbstbestimmung und Autonomie mit harten Bandagen verteidigen. Um Teil der Veränderung zu sein, müssen wir uns mit wachen Geistern verbünden und unsere Neugier und Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Unsere Unabhängigkeit ist bedroht, und wir stehen unter Zwang, sowohl von innen als auch von außen. Inwieweit Not tatsächlich erfinderisch macht, das offenbart sich uns in der zweiten Jahreshälfte.
Frieden und Freiheit
Widder-Neptun zunehmendes Sextil Wassermann-Pluto am 25. Juli und 16. September 2026)
Vertrauen zu können, schenkt uns Kraft für Neues. Es ist mehr miteinander gefordert, um unsere Kraft und unseren Elan zum Wohle aller zur Geltung zu bringen. Alles ist machbar, auch Wunder. Entscheidend ist, dass wir unsere Vorstellungskraft gezielt zum Einsatz bringen und innerlich wandlungsbereit sind, damit wir auch in Umbruchsphasen erfolgreich navigieren und Kurs halten können. Alles ändert sich, und wir ändern uns mit. Etwas anderes bleibt uns gar nicht übrig angesichts der Mächte, die derzeit in uns und um uns walten.
Fazit
(Die Schicksals- und Wandlungsplaneten Saturn, Uranus, Neptun und Pluto bilden 2026 eine harmonische Aspektfigur in den Luftzeichen Zwillinge und Wassermann und dem Feuerzeichen Widder.)
Uns steht 2026 ein Jahr der Umschwünge und Ernüchterungen bevor. Tendenzen, die sich bereits in den Sommer- und Herbstmonaten des Jahres 2025 abgezeichnet haben, werden zunehmend zur Realität. Es sind insbesondere Vertrauensverluste, die zu großen Verwerfungen führen. Auf der anderen Seite lassen sich Wünsche verwirklichen, die bis vor Kurzem noch undenkbar waren. Da immer wieder Regeln außer Kraft gesetzt werden, lassen sich binnen kurzer Zeit große Veränderungen realisieren. Das sorgt einerseits für Unruhe, während andererseits so manche sich die Hände reiben und mit dem Durcheinander gute Geschäfte machen.
Markus Jehle war 25 Jahre lang Chefredakteur der astrologischen Fachzeitschrift Meridian. Er leitet das 1991 gegründete Astrologie Zentrum Berlin, eines der größten Ausbildungszentren Deutschlands und gibt seit 25 Jahren den Astro-Kalender „Himmlische Konstellationen“ heraus. Er ist Autor einer Buchserie zur „Kreativen Astrologie“, zu der auch ein Kartenset gehört. Sein Standardwerk „Aphorismen zur Horoskopdeutung“ erfreut sich insbesondere bei Einsteigern großer Beliebtheit. Aktuell forscht er zu Priapus und hat dazu mit Anne Probst das Buch „Priapus kommt – Lilith bleibt“ veröffentlicht.